Was ist Inkasso?

Was ist Inkasso?

Der Begriff ist juristisch definiert als die Geltendmachung von Forderungen in fremdem Namen. Hat ein Unternehmen gegenüber einem Kunden eine Forderung und gerät der Schuldner in Zahlungsverzug, kann die Beitreibung dieser Forderung einem entsprechend qualifizierten Dritten übergeben werden. Das Inkassoverfahren umfasst das außergerichtliche Mahnverfahren, vor allem aber beinhaltet es das gesamte gerichtliche Mahnverfahren, das sich von der Ausstellung eines Mahnbescheids über den Vollstreckungsbescheid bis hin zur Klage auf Zahlung ziehen kann. Im Rahmen des Inkassoverfahrens sind unzählige juristische Formalien und Fristen einzuhalten, die vor allem kleinere und mittlere Unternehmen ohne eigene Rechtsabteilung vor größere Herausforderungen stellen werden. Damit ein Inkassoverfahren von Beginn an reibungslos und fristgerecht läuft und nach Möglichkeit zur außergerichtlichen Eintreibung der ausstehenden Forderung führt, wird es im Idealfall an ein fachlich versiertes Unternehmen übergeben, das die Beitreibung der Forderung konsequent verfolgt. Das ist die Aufgabe eines seriösen Inkassounternehmens. Geht die ausstehende Forderung in das gerichtliche Mahnverfahren über, sind strenge Fristen und Formvorschriften einzuhalten, damit am Ende ein vollstreckbarer Titel gegen den säumigen Schuldner besteht. Auch dafür ist die Beauftragung eines erfahrenen Inkassounternehmens eine große Hilfe. Während des Inkassoverfahrens bleibt der Gläubiger weiterhin der Inhaber der Forderung, er nutzt allerdings die Dienstleistung eines Inkassounternehmens zum Eintreiben der Forderung.

Was ist ein Vollstreckungsbescheid?

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» So funktioniert's


Der Bescheid wird im Rahmen des gerichtlichen Mahnverfahrens ausgestellt. Mit einem rechtskräftigen Bescheid ist der Gläubiger berechtigt, das Zwangsvollstreckungsverfahren gegen den Schuldner einzuleiten, um damit eine bestehende Forderung zu begleichen. Vor dem Bescheid steht zunächst eine formale Mahnung mit Fristsetzung, wird die Forderung innerhalb dieser Frist nicht gezahlt, wird ein Mahnbescheid erhoben. Auf diesen Mahnbescheid kann der Schuldner innerhalb von zwei Wochen zahlen, Widerspruch einlegen oder nicht reagieren. Reagiert er nicht, ist der Gläubiger berechtigt, einen Bescheid zur Vollstreckung der fälligen Forderung zu beantragen. Auch auf diesen Bescheid hin kann der Schuldner innerhalb von zwei Wochen zahlen, widersprechen oder nicht reagieren. Wird der Bescheid rechtskräftig, ist der Gläubiger damit berechtigt, die Zwangsvollstreckung in das Vermögen des Schuldners zu betreiben. Widerspricht der Schuldner einem der Bescheide, hat der Gläubiger die Möglichkeit, Klage auf Zahlung zu erheben. Damit steht der juristische Bescheid auf Vollstreckung einer Forderung am Ende eines längeren Verfahrens, das der Schuldner jederzeit durch Zahlung der Forderung beenden kann.



Wer kann Inkasso nutzen?

Juristisch betrachtet kann jedes Unternehmen das Inkassoverfahren nutzen. Größere Betriebe mit einer eigenen Rechtsabteilung werden dazu häufig keinen externen Dienstleister in Anspruch nehmen müssen, falls sie mit den juristischen Feinheiten und allen Fristen des gesamten Verfahrens bewandert sind. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen sehen sich mit den gesetzlichen Anforderungen allerdings möglicherweise schnell überfordert. Hinzu kommt, dass das gesamte Verfahren langwierig und aufwändig ist und ein Unternehmen letztlich von der Konzentration auf die eigentlichen Kernkompetenzen abhält. Wer solche Probleme vermeiden will und die eigenen Ressourcen bündeln möchte, entscheidet sich häufig dafür, einen externen Dienstleister mit dem Einzug von Forderungen und dem gesamten Forderungsmanagement bis hin zum gerichtlichen Mahnverfahren zu beauftragen. Ein Inkassobüro ist fachlich versiert und verfügt über die nötige Expertise, eine ausstehende Forderung zügig einzutreiben und bei Bedarf das gerichtliche Mahnverfahren bis zur Zwangsvollstreckung zu verfolgen und die Vollstreckung auch durchzuführen.

Was sind die Vorteile vom Inkasso?

Wird die Beitreibung von Forderungen an ein externes Büro ausgelagert, kann sich ein Unternehmen auf die eigentlichen Kernkompetenzen konzentrieren. Die Verfolgung von ausstehenden Forderungen bis zur Beitreibung und dem gerichtlichen Mahnverfahren ist zeitintensiv, und sie verursacht unterschiedlichste Kosten. Sie werden dem Schuldner im Rahmen des gerichtlichen Mahnverfahrens in Rechnung gestellt, doch der Aufwand wird sich nur dann in einem überschaubaren Rahmen halten, wenn man sich in der Materie auskennt und alle einschlägigen Fristen und Regularien kennt. Deshalb gehört die Beitreibung von Forderungen in die Hände eines fachlich versierten Inkassounternehmens. Darüber hinaus ist ein professionelles Inkassowesen die Basis für die finanzielle Solidität eines Unternehmens. Ausstehende Forderungen können das Fundament eines Betriebs schnell aufweichen, wenn Leistungen im großen Umfang bereits erbracht wurden, wenn die Gegenleistung in Form der Zahlung allerdings ausbleibt. Wer auf den Zahlungsverzug schnell und professionell reagiert, verkürzt die Wartezeit auf Zahlungseingänge und erleichtert auch das gerichtliche Mahnverfahren ganz maßgeblich. Insgesamt sichert das die Liquidität des Unternehmens und sorgt langfristig für eine solide finanzielle Basis.

Debitos als Alternative zum Inkasso?


Die Forderungsbörse Debitos ist darauf spezialisiert, bestehende Forderungen an den Meistbietenden zu versteigern. Damit verschafft sich ein Unternehmen zusätzliche Liquidität. Insofern kann der Forderungsverkauf tatsächlich eine Alternative zum Inkasso sein. Allerdings ist Debitos als Forderungsbörse weit mehr als nur eine Alternative zum Inkasso. Kann ein Unternehmen seine Forderungen verkaufen, erhält es dafür den Gegenwert des Rechnungsbetrags abzüglich eines Sicherheitsabschlags. Dieser Wert fließt dem Betrieb sofort als Liquidität zu und erhöht seinen finanziellen Spielraum. Die Dienstleistung von Debitos geht über den klassischen Forderungsverkauf sogar noch deutlich hinaus, die Plattform bietet die Versteigerung von Forderungen nach dem Höchstgebot. Aufgekauft werden diese Forderungen  von Rechtsanwaltsbüros und von Inkassounternehmen, die auf den professionellen Ankauf von Forderungen spezialisiert sind. Wer seine Forderungen verkaufen möchte, hat dazu mit Debitos eine Plattform an der Hand, die Zugriff auf unzählige Käufer gewährt. Das Verfahren ist transparent, jede Forderung kann einzeln verkauft werden, alle Gebote bleiben jederzeit einsehbar und bieten dem Inhaber der Forderung letztlich die Möglichkeit, an den Meistbietenden zu verkaufen. Der administrative Aufwand bleibt überschaubar, als Unternehmen kann man sich wieder auf das eigentliche Kerngeschäft konzentrieren und führt den Verkauf von Forderungen nur noch mit Hilfe der intuitiv zu bedienenden Online-Plattform durch. Damit ist Debitos eine kostengünstige Alternative zum Inkassoverfahren, das vor dem unerwarteten Ausfall von Forderungen schützt und außerdem die Liquidität des Unternehmens sicherstellt. Mit der Versteigerung von Forderungen muss das gerichtliche Mahnverfahren bis zur Zwangsvollstreckung gar nicht mehr betrieben werden, denn das Risiko des Forderungsausfalls geht auf den Käufer der Forderung über. Somit ist die Versteigerung von Forderungen tatsächlich eine interessante Alternative zum Inkassoverfahren, das neben der Absicherung vor dem unerwarteten Forderungsausfall die Liquidität des Unternehmens sichert.